Erfolgreich ausgebildet – Ausbildungsqualität sichern

Ausbildungsbegleitung für Azubis und Betriebe (Projektzeitraum von Oktober 2015 bis März 2026)

Projektüberblick

Das Projekt „Erfolgreich ausgebildet“ wurde im Zeitraum von Oktober 2015 bis März 2026 erfolgreich durchgeführt. Ziel war es, Ausbildungsabbrüche frühzeitig zu erkennen und wirksam zu verhindern. Durch individuelle Beratung, Coaching und Konfliktbegleitung sollten Auszubildende in belastenden Situationen unterstützt und Betriebe entlastet werden.

Teilnehmende, Betriebe und Ausbildungsbereiche

Insgesamt wurden 313 Auszubildende aus 213 Betrieben begleitet. Rund 83 Prozent der Betriebe gehörten zu kleinen und mittleren Unternehmen mit bis zu 50 Beschäftigten und damit zur zentralen Zielgruppe des Projekts. Die Zuständigkeit der Auszubildenden lag etwa zur Hälfte im Bereich der IHK Nordschwarzwald sowie zu rund 17 Prozent im Bereich der Handwerkskammer Karlsruhe. Inhaltlich lag der Schwerpunkt vor allem auf kaufmännischen und handelsbezogenen Berufen, ergänzt durch einen Anteil von rund 20 Prozent aus dem Bereich Gesundheit, Pflege und Soziales.

Frühe Inanspruchnahme der Unterstützung

Mehr als die Hälfte der Auszubildenden wandte sich bereits im ersten Ausbildungsjahr an die Ausbildungsbegleitung, einschließlich der Probezeit. Rund 28 Prozent suchten im zweiten und 18 Prozent im dritten oder vierten Ausbildungsjahr Unterstützung. Dies entspricht der präventiven Ausrichtung des Projekts.

Ergebnisse der Ausbildungsbegleitung

Die Ergebnisse zeigen eine sehr hohe Wirksamkeit der Begleitung. Bei 269 Teilnehmenden konnte ein Ausbildungsabbruch verhindert werden, was 86 Prozent entspricht. Nur 44 Auszubildende beendeten ihre Ausbildung vorzeitig.

Bei den erfolgreichen Verläufen zeigt sich folgendes Bild:

  • 38 Prozent haben ihre Ausbildung erfolgreich beendet
  • 34 Prozent sind im Betrieb verblieben und haben ihre Ausbildung fortgesetzt
  • 12 Prozent haben den Betrieb gewechselt und ihre Ausbildung erfolgreich weitergeführt

Ursachen für Ausbildungsabbrüche und Konfliktsituationen

Die Abbruchgründe lagen überwiegend im betrieblichen Umfeld (61 Prozent), etwa durch Konflikte mit Vorgesetzten oder Kolleginnen und Kollegen, Arbeitsorganisation, Ausbildungsqualität oder Mobbing. 22 Prozent der Fälle standen im Zusammenhang mit persönlichen Belastungen wie finanziellen Schwierigkeiten, familiären Situationen oder psychischen Belastungen. Weitere 7 Prozent betrafen Probleme im schulischen Bereich.

Individuelle Begleitung und Unterstützungsangebote

Die Unterstützung der Auszubildenden richtete sich stets nach der individuellen Situation. Nach einer ausführlichen Klärung der Ausgangslage und Zieldefinition wurde ein persönlicher Unterstützungsplan entwickelt. Dazu gehörten regelmäßige Gespräche (persönlich, telefonisch oder online), Coaching sowie bei Bedarf gemeinsame Konfliktgespräche mit Betrieben oder Mediationsverfahren. Alle Schritte erfolgten in enger Abstimmung mit den Auszubildenden. Wenn direkte Gespräche mit Betrieben nicht möglich oder nicht gewünscht waren, lag der Fokus auf der Stärkung der persönlichen Kompetenzen, etwa in den Bereichen Kommunikation, Stressbewältigung, Lernstrategien und Resilienz. Bei Bedarf erfolgte zudem die Vermittlung an weitere Beratungsangebote.

Zusammenarbeit mit Partnern und Netzwerken

Das Projekt war eng vernetzt mit Berufsschulen, Kammern, der Agentur für Arbeit sowie weiteren Unterstützungsangeboten wie VeraPlus, AsaFlex, psychologischen Beratungsstellen und Schulsozialarbeit. Die Zusammenarbeit erfolgte stets fallbezogen und in Abstimmung mit den Auszubildenden.

Unterstützung bei Betriebswechseln

Auch bei dem Wunsch nach einem Betriebswechsel wurden Auszubildende umfassend begleitet. Dies umfasste die Suche nach offenen Stellen, Unterstützung bei Bewerbungsunterlagen, Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche sowie die Abstimmung mit Berufsschulen und Betrieben.

Umfang der Begleitung

Die Dauer der individuellen Begleitung variierte stark und lag zwischen 2 und 197 Stunden pro Fall. Häufige Schwerpunkte lagen im Bereich von 8,5 bis 16 Stunden sowie bei intensiveren Begleitungen über 30 Stunden.

Workshops und Seminare

Im Rahmen des Projekts wurden insgesamt 69 Workshops und Seminare für Betriebe und Auszubildende angeboten, von denen 59 durchgeführt wurden. Diese fanden überwiegend in Präsenz statt, wurden seit der Corona-Pandemie jedoch auch online oder hybrid umgesetzt. Insgesamt konnten 2102 Teilnehmende erreicht werden, davon 1431 Auszubildende sowie 595 Betriebe bzw. Ausbildungsverantwortliche.

Ansprechpersonen:
Gefördert von:

Das Programm „Erfolgreich ausgebildet – Ausbildungsqualität sichern“ wurde gefördert durch das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg.