„Soziales ist Zukunft!“ – Podiumsdiskussion bei Q-PRINTS&SERVICE 

Kachel Podiumsdiskussion Landtagswahl

Unter dem Motto „Soziales ist Zukunft!“ hat der Paritätische Kreisverband Pforzheim/Enzkreis eine Podiumsdiskussion in unserer Cantina im QuarZ Weststadt veranstaltet. Zehn Landtagskandidat*innen aus den Wahlkreisen Stadt Pforzheim und Enzkreis diskutierten aktuelle sozialpolitische Herausforderungen wie Gewaltschutz für Frauen und Digitalisierung in sozialen Einrichtungen.

Digitalisierung in sozialen Einrichtungen: Große Erwartungen, fehlende Mittel

Alle Beteiligten betonten, dass die Digitalisierung ein Schlüsselthema für die Sozialwirtschaft ist. Digitale Lösungen könnten Beratungsangebote leichter erreichbar machen, Dokumentationsprozesse vereinfachen und Fachkräfte entlasten. Gleichzeitig zeigen die Erfahrungen aus der Praxis: Viele Einrichtungen kämpfen bereits mit veralteter Hard- und Software und können Datenschutzpflichten nur schwer erfüllen. Ohne gezielte Förderprogramme, dauerhafte Investitionsmittel und Refinanzierung droht die digitale Transformation in sozialen Diensten zu scheitern. Mehrere Kandidat*innen sprachen sich für eine verstärkte Förderung der Digitalisierung aus, verbindliche Zusagen zur finanziellen Ausstattung – etwa über das Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität (SVIK) – wurden jedoch noch nicht gemacht.

Gewaltschutz für Frauen: Gesetzlicher Anspruch und Versorgungslücke

Ein weiteres zentrales Thema war der Gewaltschutz für Frauen. In Pforzheim und dem Enzkreis bestehen weiterhin Versorgungslücken, insbesondere für Frauen mit Kindern, mit Suchterfahrungen oder besonderen Unterstützungsbedarfen.Das neue Gewaltschutzgesetz macht Gewaltprävention und Opferschutz künftig zur staatlichen Pflichtaufgabe, wodurch der Bedarf an Schutzplätzen, Beratungsangeboten und Täterarbeit deutlich steigt. Bis 2032 soll der Ausbau bedarfsgerecht erfolgen – mindestens ein Familienplatz (2,5 Betten) pro 10.000 Einwohner*innen.

Vertreterinnen aus der Praxis warnten eindringlich, dass ohne zusätzliche finanzielle Mittel, geeignete Immobilien und langfristige Planungssicherheit eine gravierende Lücke zwischen gesetzlichem Anspruch und tatsächlicher Versorgung drohe. Täterarbeit, bisher nur in einer der landesweit 13 Einrichtungen in Baden-Württemberg umgesetzt, soll künftig strukturell institutionalisert werden. Mehrere Kandidat*innen befürworteten grundsätzlich einen flächendeckenden Ausbau von Schutzangeboten und verlässliche Finanzierung, konkrete Entscheidungen hängen jedoch von den Haushaltsbeschlüssen nach der Landtagswahl ab.

Einigkeit über die Bedeutung sozialer Arbeit

Über alle Parteigrenzen hinweg waren sich die Kandidat*innen einig: Soziale Arbeit ist unverzichtbar für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und muss verlässlich finanziert werden. Investitionen in soziale Dienste seien keine freiwillige Leistung, sondern eine Investition in Prävention, Teilhabe und gesellschaftliche Stabilität.

Der Paritätische Kreisverband Pforzheim/Enzkreis setzt mit der Veranstaltung ein klares Zeichen: Soziale Themen gehören in den Wahlkampf. Die Diskussion machte deutlich, dass sowohl die Versorgungslücken als auch die Chancen der Digitalisierung ernst genommen werden müssen.

Beteiligte Landtagskandidat*innen: Andreas Renner (CDU), Annkathrin Wulff & Michael Hofsäß (SPD), Prof. Dr. Erik Schweickert (FDP), Stefanie Seemann & Simon Schwarz (Grüne), Regine Neuweiler-Tran & Vera Seifert (Volt) und Marvin Weiß & Cedric Strauß (Die Linke).

Mehr Informationen zum Paritätischen Wohlfahrtsverband Baden-Württemberg: www.paritaet-bw.de.